Es gibt etliche bewährte Methoden, mit deren Hilfe Sie lernen können, Spannungszustände und innere Unruhe abzubauen und weniger stressanfällig zu werden. Sie können Sie als "Schutzschicht gegen Stress" nutzen. Zu den systematischen Entspannungstechniken, die leicht zu erlernen sind, gehören u. a. Atemübungen, muskuläre Entspannung, autogenes Training und Vorstellungsübungen. Am besten eignen Sie sich diese Methoden in einer Gruppe unter fachlicher Anleitung an.
Sie benötigen für diese Übungen einen ruhigen Raum, bequeme Kleidung, etwa 15 Minuten Zeit, einen bequemen Stuhl oder, wenn Sie lieber im Liegen entspannen möchten, eine nicht zu weiche Unterlage.
Wenn Ihnen während der Übungen Gedanken durch den Kopf gehen, kümmern Sie sich nicht darum. Am Ende der Übungen ist es wichtig, die Entspannung zurückzunehmen. Das gelingt durch ein kurzes Anspannen der Muskeln und Recken und Strecken.

Schließen Sie die Augen, und versuchen Sie sich ganz auf Ihr Atmen zu konzentrieren. Lassen Sie Ihren Atem fließen und versuchen Sie nicht seinen Rhythmus zu beeinflussen.
Zählen Sie fortwährend Ihre Atemzüge bis zehn und dann wieder rückwärts - solange es Ihnen angenehm ist. Wählen Sie eine Stelle Ihres Körpers - z.B. die Bauchdecke oder die Nase - und spüren Sie, was hier während des Atmens passiert . Der Anfang ist wie oben. Allerdings wird jetzt mit dem Atmen ein Vokal gedacht oder gesummt.
Denken Sie "OM" beim Einatmen , "AH" beim Ausatmen und "HUM" am Ende des Ausatmens und während einer kleinen Atempause. Die Phase des Ausatmens ist bei dieser Übung länger als die des Einatmens.

Die Methode der progressiven Muskelentspannung besteht in der aufeinanderfolgenden Anspannung der wichtigsten Muskeln und deren anschließender Entspannung. Auf diese Weise lösen sich Stück für Stück Verkrampfungen, und es entsteht ein Zustand tiefer Gelöstheit.
Ballen Sie einmal die linke Hand zur Faust und drücken Sie diese immer fester zusammen. Zählen Sie nun langsam bis sieben, und nehmen Sie dann die Spannung wieder zurück. Fühlen Sie die Entspannung in der Hand.
Es folgt die rechte Hand, die Unterarme, Oberarme, Schultern und Nacken, Rücken, Gesicht, Hals, Brust, Bauch, Gesäß, Oberschenkel, Unterschenkel und Füße.

Entspannung lässt sich nicht nur körperlich durch das Anspannen und Lösen von Muskelpartien herstellen, sondern auch durch die Vorstellungskraft und Phantasie. Nicht nur die realen Sonnenstrahlen erwärmen die Haut, sondern ebenso die Vorstellung davon. Dazu denkt man sich sogenannte Ruhebilder aus. Entscheidend ist, dass Sie sich einen Ort vor Ihr inneres Auge holen, an dem Sie sich wohl fühlen können. Dieser Platz der Ruhe und des Friedens kann z. B. ein Zimmer oder eine Landschaft sein. Sie können dabei z. B. unter einem Baum oder auf der Terrasse sitzen, auf das Meer, einen Garten oder eine Berglandschaft blicken.
Versuchen Sie dabei Farben zu sehen, Geräusche (Knistern des Feuers im Kamin, Vogelgezwitscher, Meerrauschen) zu hören, Gerüche (nasses Gras, Holz) wahrzunehmen, zu fühlen (den Sand, die Baumrinde, den Felsen). Das Bild sollte möglichst konkret und plastisch sein, damit Sie leicht darauf zurückgreifen können. Solche nach innen geschauten Bilder eignen sich auch für kurze Entspannungspausen am Arbeitsplatz.